Du beendest einen Lauf mit 170 Schlägen pro Minute. Eine Minute später liegt dein Puls bei 140, nach zwei Minuten bei 118.
Diese schnelle Veränderung direkt nach dem Training wird als Erholungsherzfrequenz, Heart Rate Recovery oder kurz HRR bezeichnet.
Sie zeigt, wie schnell deine Herzfrequenz nach einer Belastung wieder sinkt.
Der Wert wirkt zunächst sehr einfach. Für eine sinnvolle Interpretation reicht es jedoch nicht, nur auf die Zahl nach 60 oder 120 Sekunden zu schauen.
Kurzantwort: Die Erholungsherzfrequenz beschreibt den Pulsabfall nach dem Ende einer körperlichen Belastung. HRR1 betrachtet meist die Differenz nach 60 Sekunden, HRR2 die Differenz nach 120 Sekunden. Ein schnellerer Abfall kann mit guter kardiorespiratorischer Fitness und schneller autonomer Erholung zusammenhängen. Es gibt jedoch keinen universellen Normalwert: Trainingsintensität, Cool-down, Körperposition, Temperatur, Fitness und Messmethode beeinflussen das Ergebnis erheblich.
Während des Sports steigt die Herzfrequenz, damit mehr Blut und Sauerstoff zu den arbeitenden Muskeln transportiert werden können.
Wenn die Belastung endet, sinkt dieser Bedarf.
Das Herz beginnt deshalb, wieder langsamer zu schlagen.
Die Geschwindigkeit dieses Pulsabfalls nennt man:
Im Sport und in der Forschung werden besonders häufig die ersten ein bis zwei Minuten nach Belastungsende betrachtet.
Die grundlegende Berechnung ist einfach:
HRR1 = Herzfrequenz am Belastungsende − Herzfrequenz nach 60 Sekunden
Beispiel:
Dann beträgt die Erholungsherzfrequenz nach einer Minute:
170 − 140 = 30 Schläge pro Minute
HRR1 beträgt in diesem Beispiel also 30 bpm.
Für HRR2 wird üblicherweise wieder der Ausgangswert am Belastungsende verwendet:
HRR2 = Herzfrequenz am Belastungsende − Herzfrequenz nach 120 Sekunden
Mit demselben Beispiel:
Ergebnis:
170 − 118 = 52 bpm
HRR2 beträgt damit 52 Schläge pro Minute.
Dieser Unterschied wird häufig übersehen.
Im Beispiel ist der Puls:
Damit gilt:
| Kennzahl | Berechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| HRR1 | 170 − 140 | 30 bpm |
| HRR2 | 170 − 118 | 52 bpm |
| Abfall zwischen Minute 1 und 2 | 140 − 118 | 22 bpm |
Der letzte Wert ist eine zusätzliche Information, entspricht aber nicht der üblichen HRR2-Definition.
Die Herzfrequenz fällt nach Belastungsende nicht gleichmäßig ab.
Die ersten Sekunden und die erste Minute bilden normalerweise die schnellste Phase der unmittelbaren Erholung.
Dabei spielt vor allem das autonome Nervensystem eine wichtige Rolle.
Während intensiver körperlicher Belastung ist das sympathische Nervensystem stärker aktiv. Es unterstützt unter anderem:
Nach dem Belastungsende wird der parasympathische Einfluss schnell wieder stärker.
Diese frühe vagale Reaktivierung trägt wesentlich dazu bei, dass der Puls in der ersten Minute deutlich fällt.
Nach der sehr schnellen ersten Phase setzt sich die Erholung fort.
Jetzt spielen zusätzlich Prozesse eine größere Rolle wie:
HRR2 liefert deshalb zusätzlichen Kontext darüber, wie sich der Kreislauf über einen etwas längeren Zeitraum nach der Belastung beruhigt.

| HRR1 | HRR2 | |
|---|---|---|
| Zeitpunkt | 60 Sekunden | 120 Sekunden |
| Fokus | Sehr frühe Erholungsphase | Fortgesetzte Kreislauferholung |
| Autonomer Einfluss | Starke Rolle schneller parasympathischer Reaktivierung | Zusätzlich stärkerer Einfluss des weiteren Sympathikus-Rückgangs |
| Praktischer Nutzen | Schneller, gut standardisierbarer Fitnessmarker | Zusätzlicher Blick auf die weitere Erholung |
Bei vergleichbaren Bedingungen spricht ein schnellerer Pulsabfall häufig für eine schnellere kardiovaskuläre und autonome Erholung.
Trainierte Menschen zeigen in vielen Untersuchungen eine schnellere Heart Rate Recovery als weniger trainierte Personen.
Ein besserer Trainingszustand kann unter anderem dazu führen, dass:
Die praktische Schlussfolgerung sollte trotzdem nicht lauten:
„Je größer die Zahl, desto fitter bin ich – unabhängig von allem anderen.“
Es gibt keinen universellen HRR1-Normalwert, der für jede Person und jedes Training gilt.
In unterschiedlichen Quellen findest du deshalb sehr verschiedene Zahlen.
Manche Fitnessratgeber betrachten beispielsweise einen Rückgang von mehr als 20, 30 oder 40 Schlägen innerhalb einer Minute als günstige Erholung.
In klinischen Belastungstests werden wiederum deutlich andere Grenzwerte verwendet.
Das Problem ist:
Diese Zahlen stammen aus unterschiedlichen Testprotokollen.
Sie dürfen deshalb nicht ohne Kontext miteinander verglichen werden.
HRR wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst:
Eine Zahl ohne diese Informationen ist daher nur begrenzt interpretierbar.
Ein HRR-Wert entsteht immer als Reaktion auf eine bestimmte Belastung.
Deshalb darf die vorausgehende Trainingsintensität nicht ignoriert werden.
Vergleiche beispielsweise:
Training A: 40 Minuten lockeres Laufen in moderater Intensität
Training B: harte Intervalle nahe deiner maximalen Leistungsfähigkeit
Selbst bei derselben Person können beide Einheiten völlig unterschiedliche Herzfrequenzverläufe nach Belastungsende erzeugen.
Wenn du Intensitäten besser unterscheiden möchtest, findest du dazu unseren Überblick über Herzfrequenzzonen 1–5.
Je stärker die vorherige Belastung, desto größer können unter anderem sein:
Nach sehr intensiven Einheiten benötigt der Körper daher möglicherweise länger, um wieder in Richtung Ruhemodus zu wechseln.
Das bedeutet nicht automatisch, dass deine Fitness schlecht ist.
Die Trainingseinheit selbst war schlicht ein stärkerer physiologischer Reiz.
Ja.
Ein kontrolliertes Zone-2-Training endet normalerweise bei deutlich geringerer Intensität als ein maximaler Belastungstest.
Dadurch ist:
Ein HRR1 von 25 bpm nach einem lockeren Lauf und 35 bpm nach einem sehr intensiven Test lassen sich deshalb nicht einfach als „25 ist schlechter als 35“ interpretieren.
Auch beim Ausgangswert entsteht häufig ein Messfehler.
In vielen wissenschaftlichen Belastungstests wird die Differenz zwischen der maximalen beziehungsweise unmittelbar am Belastungsende erreichten Herzfrequenz und dem späteren Erholungspuls berechnet.
Im normalen Training kann jedoch Folgendes passieren:
Wenn du anschließend HRR berechnest, verwendest du 150 bpm als Ausgangspunkt.
Das ist ein völlig anderes Protokoll als eine Messung ab 175 bpm.

Für einen standardisierten HRR-Vergleich muss klar definiert sein, wann die Uhr startet.
Typischerweise beginnt die Erholungsphase:
unmittelbar nach dem definierten Ende der Belastung.
Wenn du erst fünfzig Sekunden wartest, deine Schuhe lockerst und dann mit der Messung beginnst, fehlt ein großer Teil der schnellsten Erholungsphase.
Beides ist möglich – aber die Ergebnisse sind unterschiedlich.
Du beendest die Belastung und:
möglichst ruhig.
Du gehst oder bewegst dich nach der eigentlichen Belastung locker weiter.
Während eines aktiven Cool-downs müssen die Muskeln weiterhin mit Blut versorgt werden.
Der Puls bleibt deshalb normalerweise höher als bei vollständiger Ruhe.
Ein HRR-Wert aus aktiver Erholung darf nicht direkt mit einem HRR-Wert aus sitzender oder liegender Erholung verglichen werden.
Die Körperposition beeinflusst die Kreislaufregulation.
Wenn du dich nach einem Lauf sofort hinlegst, verändert sich der venöse Rückfluss anders als wenn du stehen bleibst.
Dadurch kann auch der Herzfrequenzabfall anders aussehen.
Wer HRR als Trainingsmarker verwenden möchte, sollte deshalb immer dieselbe Position wählen.
Für den Alltag ist Konsistenz wichtiger als ein perfektes Laborprotokoll.
Eine einfache Vorgehensweise könnte so aussehen:
| Test | Endpuls | 60 s | HRR1 | 120 s | HRR2 |
|---|---|---|---|---|---|
| Woche 1 | 168 | 143 | 25 | 125 | 43 |
| Woche 3 | 169 | 140 | 29 | 120 | 49 |
| Woche 6 | 170 | 136 | 34 | 115 | 55 |
Wenn Belastung, Dauer und Erholungsprotokoll vergleichbar waren, kann dieser Verlauf auf eine schnellere Erholung hindeuten.
Eine einzelne Zahl liefert deutlich weniger Information.
HRR ist ähnlich wie viele andere Herz-Kreislauf-Metriken stark individuell.
Ein 25-jähriger Ausdauersportler lässt sich nicht sinnvoll mit einer 60-jährigen Person vergleichen, die gerade erst mit Bewegung beginnt.
Statt zu fragen:
„Hat mein Freund nach einer Minute einen besseren Wert als ich?“
ist meist hilfreicher:
„Wie verändert sich meine HRR nach derselben Belastung über mehrere Wochen?“
Regelmäßiges Ausdauertraining kann verschiedene Anpassungen verursachen.
Dazu gehören unter anderem:
Diese Anpassungen können dazu beitragen, dass die Herzfrequenz nach Belastung schneller zurückgeht.
Systematische Untersuchungen zeigen jedoch kein perfektes Eins-zu-eins-Verhältnis zwischen Trainingszustand und HRR.
HRR ist deshalb ein Fitnessmarker – kein vollständiger Fitnesstest.
Dieser Punkt ist besonders für ambitionierte Sportler wichtig.
Studien zu Trainingsüberlastung zeigen, dass sich HRR unter bestimmten Bedingungen sogar beschleunigen kann, obwohl die sportliche Leistungsfähigkeit sinkt.
Deshalb sollte eine Veränderung niemals isoliert betrachtet werden.
Zusätzlich hilfreich sind:

Ein ungewöhnlicher HRR-Wert kann ein Hinweis darauf sein, dass dein Körper anders reagiert als sonst.
Er kann aber nicht eindeutig bestimmen, warum.
Mögliche Ursachen einer Veränderung sind unter anderem:
Ein einzelner Wert diagnostiziert deshalb weder Übertraining noch Krankheit.
Der Ruhepuls beschreibt die Herzfrequenz unter Ruhebedingungen.
HRR beschreibt dagegen:
wie schnell dein Herz vom Belastungszustand zurück in Richtung Ruhe wechselt.
| Metrik | Fragestellung |
|---|---|
| Ruhepuls | Wie schnell schlägt mein Herz in Ruhe? |
| Belastungspuls | Wie schnell schlägt mein Herz während Sport? |
| HRR | Wie schnell fällt mein Puls nach dem Sport? |
Die Abkürzungen klingen ähnlich, messen aber verschiedene Dinge.
Die Herzfrequenzvariabilität beschreibt Schwankungen der Zeitabstände zwischen aufeinanderfolgenden Herzschlägen.
HRR beschreibt dagegen die Veränderung der durchschnittlichen Herzfrequenz nach Belastungsende.
Vereinfacht:
HRV: Wie variabel sind die Abstände zwischen meinen Herzschlägen?
HRR: Wie schnell wird mein Puls nach dem Sport wieder langsamer?
Beide Werte liefern Informationen über autonome Regulation, jedoch aus unterschiedlichen Situationen.
HRR beobachtet eine unmittelbare Reaktion:
Belastung → Erholung innerhalb weniger Minuten.
HRV wird bei Wearables häufig unter ruhigeren Bedingungen betrachtet:
Ruhe beziehungsweise Schlaf → autonomer Zustand über längere Zeit.
Ein Sportler könnte beispielsweise:
Die Kombination liefert mehr Kontext als einer der beiden Werte allein.
Schlechter Schlaf kann die autonome Regulation, das subjektive Belastungsgefühl und die Herzfrequenz beeinflussen.
Dadurch kann sich auch das Verhalten des Pulses nach Sport verändern.
Wenn deine HRR an einem Tag deutlich schlechter als üblich erscheint, lohnt sich deshalb ein Blick auf:
Bei hohen Temperaturen muss der Kreislauf zusätzlich Blut zur Haut transportieren, um Wärme abzugeben.
Dadurch kann die Herzfrequenz während derselben Laufgeschwindigkeit höher liegen.
Auch nach dem Training bleibt die Thermoregulation aktiv.
Ein HRR-Test bei 30 °C ist deshalb nicht direkt mit demselben Test an einem kühlen Morgen vergleichbar.
Durch Schwitzen sinkt das zirkulierende Flüssigkeitsvolumen.
Das Herz kann darauf reagieren, indem es schneller schlägt, um die Kreislaufleistung aufrechtzuerhalten.
Dadurch können sich sowohl Belastungsherzfrequenz als auch anschließende Erholung verändern.
Auch hier gilt:
Ein schlechterer HRR-Wert muss nicht automatisch einen Fitnessverlust bedeuten.
Koffein kann Herzfrequenz und autonome Regulation beeinflussen.
Wenn du deinen persönlichen HRR-Trend möglichst sauber verfolgen möchtest, sollte dein Test deshalb möglichst unter vergleichbaren Bedingungen stattfinden.
Beispielsweise:

Medikamente, die die Herzfrequenz oder autonome Regulation beeinflussen, können auch HRR verändern.
Besonders wichtig ist dies bei Medikamenten, die die Herzfrequenz bewusst senken.
Allgemeine Internettabellen sind für solche Situationen deshalb besonders ungeeignet.
Wenn Herzfrequenzwerte medizinisch beurteilt werden sollen, sollte die individuelle Medikation berücksichtigt werden.
Grundsätzlich benötigt HRR ausreichend zeitlich aufgelöste Herzfrequenzdaten unmittelbar vor und nach Belastungsende.
Ein Wearable muss also zuverlässig bestimmen können:
Ein Smart Ring kann Herzfrequenz optisch über PPG-Sensorik erfassen.
Ob daraus eine standardisierte HRR1- oder HRR2-Kennzahl berechnet werden kann, hängt jedoch von der Messfrequenz im Trainingsmodus und der Software des konkreten Geräts ab.
Für einen 60-Sekunden-HRR-Wert benötigt man Messpunkte innerhalb eines sehr kurzen Zeitfensters.
Eine normale Alltagserfassung in mehrminütigen Abständen ist dafür zu grob.
RingConn gibt für die allgemeine kontinuierliche Überwachung von Herzfrequenz, HRV und SpO₂ aktuell Messintervalle von etwa 2,5 Minuten an.
Dieses normale Hintergrundintervall darf deshalb nicht einfach als HRR1-Messung interpretiert werden.
RingConn unterstützt Trainings- und Aktivitätsaufzeichnungen und stellt Herzfrequenzdaten im Gesundheits- und Trainingskontext bereit.
Die aktuell öffentlich dargestellten RingConn App Funktionen nennen jedoch keinen eigenständigen standardisierten HRR1- oder HRR2-Score.
Deshalb sollte nicht behauptet werden, dass RingConn aktuell automatisch eine klinisch definierte Erholungsherzfrequenz berechnet.
Wenn du HRR gezielt beobachten möchtest, muss die verwendete Herzfrequenzquelle ausreichend detaillierte Daten unmittelbar nach Belastungsende liefern.
Smart Rings messen Herzfrequenz typischerweise mittels PPG.
Dabei verändern Bewegungen die optischen Signale.
Direkt nach Sport können zusätzliche Faktoren auftreten:
Für eine standardisierte HRR-Messung sollte die Signalqualität deshalb berücksichtigt werden.
Ja.
Ein elektrischer Brustgurt erfasst Herzschläge anders als ein optisches Wearable.
Optische Geräte am Handgelenk oder Finger verwenden PPG.
Unter ruhigen Bedingungen können beide Methoden sehr gute Herzfrequenzdaten liefern.
Bei schnellen Änderungen und starker Bewegung können Unterschiede stärker auffallen.
Wenn du deinen HRR-Trend beobachten möchtest, sollte deshalb möglichst immer dieselbe Messmethode verwendet werden.
Wenn Woche 1 mit Brustgurt, Woche 2 mit einem Ring und Woche 3 mit einem anderen Sensor gemessen wird, entstehen zusätzliche Unterschiede durch die Messtechnik.
Das erschwert die Interpretation.
Für einen persönlichen Trainingsmarker ist deshalb am sinnvollsten:
gleiches Protokoll + gleiche Messquelle + ähnliche Belastung + gleiche Erholungsposition.
Herzfrequenz kann helfen, Pausen zwischen Belastungen zu steuern.
Beim Intervalltraining wartet man beispielsweise häufig, bis:
Das ist jedoch nicht exakt dasselbe wie ein standardisierter HRR1-Test.
Die Pausenlänge ist Teil des Trainingsprogramms und kann bewusst kurz gehalten werden, obwohl die Herzfrequenz noch deutlich erhöht ist.
Nur eingeschränkt.
HRR beschreibt primär die unmittelbare Erholung innerhalb weniger Minuten nach einer Belastung.
Die Frage:
„Bin ich morgen wieder bereit für ein hartes Training?“
ist wesentlich komplexer.
Dafür können zusätzlich relevant sein:
HRR sollte daher nicht mit einer vollständigen Recovery- oder Readiness-Bewertung verwechselt werden.
Beide können sinnvoll sein.
HRR1 hat den praktischen Vorteil, dass:
HRR2 liefert zusätzliche Information über die weitergehende Erholung.
Wenn du beide regelmäßig misst, solltest du sie separat dokumentieren und jeweils nur mit demselben Zeitpunkt vergleichen.
Wähle eine Methode und bleibe konsequent dabei.
Beispielsweise:
HRR1 nach einem standardisierten 5-Minuten-Test bei derselben Belastung, anschließend 60 Sekunden ruhig stehen.
Diese Kennzahl kannst du alle ein bis zwei Wochen wiederholen.
Ein standardisierter Test ist für Fitnessveränderungen meist aussagekräftiger als das Sammeln zufälliger HRR-Werte nach völlig unterschiedlichen Workouts.
Du musst nicht jedes Mal maximal trainieren, nur um deine Erholung zu beobachten.
Ein wiederholbarer submaximaler Test kann für langfristiges Monitoring praktischer sein.
Beispielsweise:
Wenn sich Herzfrequenz während der Belastung und HRR anschließend gemeinsam verbessern, entsteht ein aussagekräftigeres Bild.
Angenommen, du läufst alle vier Wochen denselben kontrollierten Test.
| Woche 1 | Woche 8 | |
|---|---|---|
| Tempo | Identisch | Identisch |
| Puls am Testende | 165 bpm | 158 bpm |
| Puls nach 60 s | 140 bpm | 128 bpm |
| HRR1 | 25 bpm | 30 bpm |
Jetzt gibt es zwei mögliche positive Entwicklungen:
Dein Puls ist bei derselben Belastung niedriger geworden und fällt anschließend schneller ab.
Diese Kombination ist informativer als HRR allein.
Ein einzelner langsamerer Pulsabfall nach einer ungewöhnlich harten oder heißen Trainingseinheit ist nicht automatisch problematisch.
Aufmerksamer solltest du werden, wenn sich dein persönliches Muster deutlich verändert und zusätzlich Beschwerden auftreten.
Dazu können gehören:
Solche Symptome sollten professionell medizinisch beurteilt werden und nicht nur anhand eines Wearable-Werts bewertet werden.
Wenn der Startpunkt jedes Mal anders ist, verliert der Vergleich an Aussagekraft.
Vergleiche HRR1 mit HRR1 und HRR2 mit HRR2.
Stehen, Sitzen und lockeres Gehen liefern unterschiedliche Ergebnisse.
Ein lockerer Dauerlauf und harte Intervalle sind keine identischen Belastungen.
Mehrere vergleichbare Tests sind aussagekräftiger als ein einzelner besonders guter oder schlechter Wert.
Es gibt keinen universellen HRR1-Normalwert für alle Menschen und alle Trainingsformen. Die Interpretation hängt unter anderem von Belastungsintensität, Erholungsprotokoll, Körperposition, Alter und Fitness ab. Für Fitness-Tracking ist dein eigener langfristiger Wert unter standardisierten Bedingungen besonders hilfreich.
Ziehe die Herzfrequenz nach 60 Sekunden von der Herzfrequenz am definierten Belastungsende ab. Bei 170 bpm am Ende und 140 bpm nach einer Minute beträgt HRR1 beispielsweise 30 bpm.
Ziehe die Herzfrequenz nach 120 Sekunden vom Ausgangswert am Belastungsende ab. Bei 170 bpm am Ende und 118 bpm nach zwei Minuten beträgt HRR2 52 bpm.
Nein. HRR misst, wie schnell die durchschnittliche Herzfrequenz nach Belastung sinkt. HRV beschreibt dagegen Veränderungen der Zeitabstände zwischen einzelnen Herzschlägen.
Beide Methoden kommen vor, liefern aber unterschiedliche Ergebnisse. Entscheidend für deinen persönlichen Vergleich ist, immer dasselbe Erholungsprotokoll zu verwenden.
Die vorherige Trainingsintensität beeinflusst die unmittelbare autonome und kardiovaskuläre Erholung. Ein sehr intensives Training kann daher ein anderes HRR-Muster erzeugen als ein lockerer Lauf.
Ein Smart Ring kann Herzfrequenz messen. Für einen echten HRR1- oder HRR2-Wert benötigt er jedoch ausreichend zeitlich aufgelöste Daten direkt am Belastungsende sowie nach 60 beziehungsweise 120 Sekunden. Ob ein Gerät daraus eine eigene HRR-Kennzahl bildet, hängt von dessen Trainingsmodus und Software ab.
Unter standardisierten Bedingungen kann eine schnellere Erholung mit besserem Trainingszustand zusammenhängen. HRR wird jedoch auch von Belastung, Müdigkeit, Temperatur, Schlaf und Trainingsphase beeinflusst und sollte deshalb gemeinsam mit anderen Daten interpretiert werden.
Die Erholungsherzfrequenz ist eine einfache und interessante Trainingsmetrik.
Sie beantwortet die Frage:
Wie schnell fährt mein Herz-Kreislauf-System nach einer Belastung wieder herunter?
HRR1 betrachtet typischerweise den Pulsabfall innerhalb der ersten 60 Sekunden.
HRR2 erweitert den Blick auf 120 Sekunden.
Für beide Werte gilt jedoch:
Die Zahl allein reicht nicht.
Trainingsintensität, Ausgangspuls, Cool-down, Körperposition, Temperatur, Fitness und Messmethode verändern das Ergebnis.
Wer HRR sinnvoll nutzen möchte, sollte deshalb nicht nach einem einzelnen universellen Idealwert suchen.
Viel aussagekräftiger ist:
dieselbe Belastung + dasselbe Messprotokoll + dieselbe Zeitspanne + langfristiger persönlicher Trend.
In Kombination mit Ruhepuls, HRV, Trainingsleistung und subjektiver Erholung kann daraus ein deutlich besseres Bild deiner Anpassung an Training entstehen.
Medizinischer Hinweis: RingConn-Produkte sind keine medizinischen Geräte und ersetzen keine medizinische Diagnose, Belastungsuntersuchung oder Behandlung. Herzfrequenz-, HRV- und Trainingsdaten dienen der allgemeinen Fitness- und Trendbeobachtung. Klinische HRR-Grenzwerte stammen aus standardisierten Belastungstests und sollten nicht ohne medizinischen Kontext auf normale Trainingseinheiten übertragen werden.